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(aus: G.I.B.-Info; Magazin der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH des Landes NRW)
Köln. Jeden Tag besuchte Christiane Hadaschik den Kölner Job@CityPoint: von morgens um neun bis abends um fünf. Die Zeit war ausgefüllt mit Coaching an sich selbst. Der gelernten Tierarzthelferin mangelte es an Selbstvertrauen. Die jahrelange Arbeitslosigkeit zehrte mächtig an den Nerven. Im Job@CityPoint war sie endlich nicht mehr auf sich allein gestellt. Unter der professionellen Moderation eines versierten Beraters entwickelte sie in der Gruppe mit Gleichgesinnten kreative Ideen und ungewöhnliche Wege. Ihre neuen Bewerbungen mit Flyer und Hinweis auf die eigene Homepage kamen bei den Arbeitgebern gut an. Die ersten Bewerbungsgespräche ließen nicht lange auf sich warten. Jetzt ist Christiane Hadaschik nach Borken gezogen, mit ihrem Traumjob als Pferdepflegerin auf einem Gestüt in der Tasche. Für die 24 Jahre alte Rheinländerin steht fest: „Ohne den Job@CityPoint hätte ich das nicht geschafft!“
Unter dem Dach der Jobkontakt GmbH dient der Job@CityPoint im Kölner Mediapark als freie Anlaufstelle zum Thema Arbeit. Das Pilotprojekt ging im August 2007 an den Start. „Mit großem Erfolg“, wie Jörg Prüfer, Geschäftsführer von Jobkontakt, nicht ohne Stolz erklärt.
In Kooperation mit der Lebensunternehmer eG setzt Jobkontakt auf neue Strukturen und Visionen. „Jeder Mensch kann lernen, seine Potenziale zu erkennen, auszuschöpfen und so zum Lebensunternehmer werden“, sagt Vorstand Thomas Heinle. Interessenten mit guten Ideen zeichnen Anteile der Genossenschaft (für mindestens 100 Euro) und werden so Mitglied in einem Netzwerk, das immer größer wird, viele Kontakte und jede Menge kreatives Potenzial vermittelt. Durch diese neue Form von Kompetenzenbildung soll sich jeder Lebensunternehmer kontinuierlich neues Wissen aneignen und erfolgreich für sein Unternehmen der eigenen besten Potenziale einsetzen. Das Entwickeln von Visionen und lebenslanges Lernen sollen das bisherige, auf Wissensvermittlung konzentrierte Bildungssystem effektiv ergänzen.
Noch ist die Lebensunternehmer-Initiative im Aufbau. Doch schon wurde Heinle mit den weiteren Initiatoren Prof. Dr. Günter Faltin (Gründer der Teekampagne und der Stiftung Entrepreneurship) und Gabi van Dyk (Mitgesellschafterin bei Jobkontakt und Vorstand der Lebensunternehmer eG) auf dem Visionsgipfel 2007 mit dem „Vision Award“ ausgezeichnet.
Das im Job@CityPoint praktizierte Vermittlungscoaching ist ein wesentlicher Baustein der Lebensunternehmer-Philosophie. „Die Gruppendynamik steht im Mittelpunkt unseres innovativen Angebots“, sagt Jörg Prüfer. Die Menschen helfen sich hier selbst. Sie erhalten weder vorgefertigte Lösungen noch Befehle, sondern entwickeln eigene Ideen und Lösungen mit der Hilfe des Coaches, der in erster Linie beobachtet und moderiert. Dabei lernen die Teilnehmer, mit einer Aufgabenliste „Stolpersteine“ zu überwinden, die den Weg von der Vision zum Ziel oft beschwerlich machen.
„Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Viele Unternehmen suchen eine neue Herangehensweise, um geeignetes Personal zu finden“, weiß Jörg Prüfer. Dem trägt die Jobkontakt GmbH Rechnung. Im Job@CityPoint finden Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitssuchende und Existenzgründer eine gemeinsame Plattform, um den für sie richtigen Mitarbeiter bzw. Job zu finden.
Der Job@CityPoint in Köln wird nicht der einzige bleiben. Zum 1. März 2008 sollen bundesweit 20 Points an den Start gehen. Jobkontakt stellt den Markennamen und Serviceleistungen wie das kostenlose, durch Werbung und Stellenanzeigen finanzierte Job@City-Magazin zur Verfügung. Im Gegenzug erhält Jobkontakt eine Lizenzgebühr von den Unternehmen, die ihre neuen „Häuser der Arbeit“ in Eigenregie betreiben, allesamt viel Erfahrung auf dem Personalsektor mitbringen (z.B. als Bildungsträger oder Arbeitsvermittler) und in der Region fest verwurzelt sind.
„Das Beispiel Christiane Hadaschik zeigt, dass unser Konzept auch Langzeitarbeitslosen hilft“, sagt Prüfer. Jobkontakt beschäftigt in Köln zwei festangestellte Berater. Das Gruppencoaching kostet jeden Teilnehmer nur drei Euro die Stunde. Das gegenwärtige Basic-Angebot soll schon bald durch Seminare aufgestockt werden.
Finanziert werden diese Aufgaben vor allem mit den Erlösen aus Projekten, die Jobkontakt als Dienstleister in der Schnittstelle zwischen Arbeitsagentur, Arbeitsgemeinschaften (Argen), Optionskommunen, Trägerverbünden und der Zeitarbeitsbranche erzielt.
Hier liegt das ursprüngliche Kerngeschäft der GmbH, die 30 Mitarbeiter in Köln und an sechs anderen Standorten (Leverkusen, Halle/Saale, Moers, Lünen, Schwelm, Berlin) beschäftigt, wo Jobkontakt verschiedene Projekte für seine Auftraggeber betreut. „Wir selbst sind kein Zeitarbeitsunternehmen“, erklärt Jörg Prüfer, „wir sehen uns als Dienstleister für die Branche und helfen ihr bei der Rekrutierung von Personal.“
Als „Meilenstein“ in der Firmengeschichte nennt der Geschäftsführer das Pilotprojekt, in dem Jobkontakt 2002 mit dem Arbeitsamt Köln kooperierte. „Von etwa 5.000 Arbeitssuchenden haben wir in neun Monaten mehr als 1000 an Zeitarbeitsunternehmen vermittelt“, sagt Prüfer. Seitdem wird die GmbH häufiger mit der Vermittlung von Personal beauftragt.
Die Zeitarbeitsbranche hat immer Bedarf an Arbeitskräften und ist – so Prüfer weiter – besser als ihr Ruf. „2006 wurden durch die Zeitarbeit mehr als 170.000 neue Jobs geschaffen“, bilanzierte kürzlich Frank-J. Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit.
Viele Unternehmen sind mit dem hohen Aufwand der Personalrekrutierung schlicht überfordert, gleichen mit Zeitarbeitern Arbeitsspitzen aus und scheuen auch das Risiko von Ausfallzeiten bei Urlaub oder Krankheit. Deshalb sind sie bereit, an das Zeitarbeitsunternehmen in etwa den doppelten Stundenverrechnungssatz zu zahlen.
Worin liegt das Erfolgsgeheimnis der Jobkontakt Gmbh? „Zum einen an unseren guten Kontakten zur Branchef“, so Prüfer. Jobkontakt arbeitet bundesweit mit mehr als 1000 Zeitarbeitsunternehmen zusammen. Unseriöse Partner und schwarze Schafe unter den Firmen, die ihren Mitarbeiter schlechte Arbeitsbedingungen bieten, werden schnell aussortiert.
Der zweite Grund für die hohe Vermittlungsquote liegt im Aufbau eines Bewerberpools mit passgenauem Profiling. In einer speziell für diesen Zweck entwickelten Software sind rund 220 Berufsprofile hinterlegt. Jedem Bewerber stellt Jobkontakt 30 Standardfragen und etwa 50 sehr spezielle Fragen, um seine Fähigkeiten und Neigungen so exakt wie möglich auf den Punkt zu bringen.
Aktuell hat Jobkontakt in Leverkusen und Halle/Saale im Auftrag der Argen eine internetbasierte Vernetzung zwischen den Bewerbern und den regionalen Unternehmen der Personalüberlassung realisiert. Die Arbeitssuchenden geben ihre Daten nur einmal in das System ein und bewerben sich damit automatisch bei allen beteiligten Zeitarbeitsfirmen. Diese wiederum haben direkten Zugriff auf die profilten Bewerber, verringern den Aufwand ihres Managements erheblich und können Stellen noch am selben Tag besetzen. „Die Argen werden in ihrer Zuweisungssteuerung entlastet und erzielen hohe Integrationserfolge“, sagt Prüfer. Das System generiert zusätzlich automatisch E-Mail-Informationen wie Arbeitsaufnahmen, Vorstellungsgespräche, Motivationshürden und Veränderungen.
Kontakt: Jobkontakt GmbH, Im Mediapark 4 d, 50670 Köln,
Tel. 0221 / 57773349
Internet:www.jobkontakt-gmbh.de
www.point-at-city.de
Lebensunternehmer eG,
Internet: www.lebensunternehmer.org
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